
Tierlexikon
Afrikanischer Elefant – zwei Arten, zwei Lagen
Auf einen Blick
Wissenschaftlicher Name
Loxodonta africana · L. cyclotis
Stark gefährdet bis vom Aussterben bedroht
Kurz erzählt
„Der afrikanische Elefant“ ist seit 2021 keine zutreffende Bezeichnung mehr. Die Weltnaturschutzunion führt seither zwei Arten: den Savannenelefanten und den Waldelefanten. Beide sind bedroht, aber unterschiedlich stark – und beim Waldelefanten liegt der Rückgang in einer Größenordnung, die auf Seiten über „den“ Elefanten regelmäßig untergeht. Diese Seite gehört zum Tierlexikon von Whispers of Yerana und trägt zusammen, was über beide Arten bekannt ist: Bestände, Rückgang, Ursachen und die ökologische Rolle, die mit ihnen verschwindet.
Zwei Arten
Savanne und Regenwald
Schulterhöhe bis 4 m
22 Monate Tragzeit

Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name
- Savannenelefant: Loxodonta africana · Waldelefant: Loxodonta cyclotis
- Lebensraum
- Savannenelefant: Savanne, Grasland, Trockenwald · Waldelefant: dichter tropischer Regenwald
- Rückgang
- Savannenelefant: mindestens 60 Prozent in 50 Jahren · Waldelefant: über 86 Prozent in 31 Jahren (Bewertung 2021); die Neubewertung 2026 bestätigt mehr als 80 Prozent über drei Generationen
- Schutzstatus (IUCN)
- Savannenelefant: Stark gefährdet (Endangered), Kriterium A2bd, Bewertung 2020 (veröffentlicht März 2021, geänderte Fassung 2022) · Waldelefant: Vom Aussterben bedroht (Critically Endangered), Kriterium A2bd, neu bewertet 2026
- Verbreitung
- Savannenelefant: Ost-, Süd- und Westafrika, offene Landschaften · Waldelefant: Zentralafrika, Wälder des Kongobeckens
- Größe
- Savannenelefant: größer, Schulterhöhe bis rund 4 Meter · Waldelefant: kleiner, deutlich unter 3 Meter
- Ohren und Stoßzähne
- Savannenelefant: größere Ohren, geschwungene Stoßzähne · Waldelefant: rundere Ohren, geradere und härtere Stoßzähne
- Wusstest du?
- Fortpflanzung: Savannenelefant: langsam – ein Kalb nach rund 22 Monaten Tragzeit · Waldelefant: noch langsamer, längere Abstände zwischen Geburten
Wie viele Arten afrikanischer Elefanten gibt es?
Zwei. Bis 2021 wurden sie gemeinsam als eine Art geführt; neue genetische Belege haben zur getrennten Bewertung geführt. Seither gilt:
- Der Savannenelefant (Loxodonta africana) ist stark gefährdet.
- Der Waldelefant (Loxodonta cyclotis) ist vom Aussterben bedroht.
Der Unterschied ist keine Feinheit für Fachleute. Solange beide zusammen gezählt wurden, ging der dramatischere Rückgang in der größeren Zahl unter: Der Waldelefant hat nach der ersten getrennten Bewertung in 31 Jahren über 86 Prozent verloren, und die Neubewertung von 2026 bestätigt einen Rückgang von mehr als 80 Prozent – der Savannenelefant mindestens 60 Prozent in 50 Jahren. Das sind zwei verschiedene Notlagen mit verschiedenen Ursachen und verschiedenen Gegenmitteln.
Was Schutzkategorien im Einzelnen bedeuten, steht auf der Seite zu Rote Liste und Artenschutz.

Wo leben die beiden Elefantenarten?
Der Savannenelefant lebt in offenen Landschaften Ost-, Süd- und Westafrikas – Savanne, Grasland, Trockenwald. Seine Bestände sind sehr ungleich verteilt: Im südlichen Afrika gibt es Gebiete mit stabilen oder wachsenden Zahlen, in West- und Zentralafrika dagegen Restvorkommen.
Der Waldelefant lebt in den dichten Wäldern Zentralafrikas, vor allem im Kongobecken. Er ist kleiner, unauffälliger und deutlich schwerer zu zählen – Erhebungen laufen über Kot- und Spurendichte statt über Sichtungen aus der Luft.
Beide Lebensräume sind auf dieser Website beschrieben: die Savanne als Ökosystem und der tropische Regenwald.

Warum sind Elefanten bedroht?
Zwei Ursachen, deren Anteile sich je nach Art und Region unterscheiden:
- Wilderei für Elfenbein. Beide Arten haben seit 2008 stark gelitten; der Höhepunkt lag um 2011. Die Nachfrage ist zurückgegangen, aber nicht verschwunden. Beim Waldelefanten kommt hinzu, dass sein Elfenbein härter und dadurch besonders begehrt ist.
- Umwandlung des Lebensraums. Landwirtschaft, Siedlungen und Infrastruktur verkleinern die Flächen und zerschneiden die Wege dazwischen. Wo Felder an Wanderrouten grenzen, entstehen Konflikte mit Menschen, die ihre Ernte verteidigen – und diese Konflikte kosten auf beiden Seiten.
Die langsame Fortpflanzung wirkt dabei als Verstärker. Eine Elefantenkuh bekommt nach rund 22 Monaten Tragzeit ein einzelnes Kalb, und zwischen zwei Geburten liegen Jahre. Ein Bestand, der in einem Jahrzehnt einbricht, braucht Jahrzehnte zur Erholung – vorausgesetzt, die Ursache ist beseitigt.
Wie sich Eigenbedarf, legaler Handel und kommerzielle Wilderei unterscheiden, steht auf der Seite Wilderei verstehen.
In Whispers of Yerana ist die Elfenbeinkette kein Hintergrundtext, sondern eine der Spuren, die du selbst verfolgst – von einer Herde, die ihre Route geändert hat, bis zu der Stelle, an der eine Entscheidung tatsächlich etwas ändert.

Was verliert der Wald ohne Waldelefanten?
Seine Erneuerungsfähigkeit. Waldelefanten fressen Früchte großer Baumarten und geben die Samen an anderer Stelle wieder ab – oft kilometerweit entfernt und in einer Form, die das Keimen begünstigt. Für einige Baumarten sind sie die einzigen Verbreiter, die groß genug sind.
Fällt der Elefant aus, keimen diese Bäume nur noch dort, wo die Frucht zu Boden fällt. Über Jahrzehnte verschiebt sich dadurch die Zusammensetzung des Waldes: Arten mit kleinen, von Vögeln verbreiteten Samen setzen sich durch, großfrüchtige Arten gehen zurück. Dieselben großen Bäume speichern besonders viel Kohlenstoff.
Dazu kommt die mechanische Wirkung. Elefanten halten Pfade offen, brechen Unterwuchs auf und schaffen Lichtungen, die anderen Arten Lebensraum geben. Fachlich heißt das Ökosystem-Ingenieur – eine Art, die ihren Lebensraum nicht nur bewohnt, sondern formt.
Der Waldelefant verschwindet damit nicht als einzelne Art, sondern als Funktion. Und diese Funktion lässt sich nicht ersetzen: Kein anderes Tier des Kongobeckens ist groß genug.

Wie orientieren sich Elefanten?
Über Wissen, das weitergegeben wird. Elefantengruppen werden von einer erfahrenen Kuh geführt, der Matriarchin. Sie kennt Wasserstellen, Routen und Ausweichgebiete für Trockenzeiten – Kenntnisse, die über Jahrzehnte erworben und an die Gruppe weitergereicht werden.
Untersuchungen an Gruppen mit älteren und jüngeren Leittieren zeigen, dass Erfahrung messbar wirkt: Gruppen mit älteren Matriarchinnen reagieren angemessener auf seltene Gefahren und finden in Dürren zuverlässiger Wasser.
Daraus folgt etwas für den Schutz, das über Zahlen hinausgeht. Wenn ältere Tiere gezielt getötet werden – und beim Elfenbeinhandel trifft es die größten und damit ältesten –, verliert eine Gruppe nicht nur Individuen, sondern ihr Gedächtnis. Der Bestand kann sich zahlenmäßig erholen, während das Wissen über Wasserstellen und Wanderwege fehlt.

Was mit den Alten verloren geht
Der Afrikanische Elefant ist die Art, bei der am deutlichsten wird, dass ein Bestand mehr ist als eine Summe von Tieren. Er ist ein Gefüge aus Erfahrung: Wer wohin führt, welche Wasserstelle in einem Dürrejahr noch trägt, welche Route sicher ist. Diese Kenntnisse stehen in keiner Statistik, und sie sind schneller verloren als wieder aufgebaut. Zwei Arten statt einer zu zählen, war 2021 der erste Schritt, das genauer zu erfassen – der zweite wäre, den Zustand einer Gruppe nicht nur an ihrer Größe zu messen.
Du lernst spielerisch, warum Erfahrung ein Bestandsfaktor ist und was passiert, wenn sie fehlt – ein Zusammenhang, der sich als Aussage schnell überliest und über mehrere Trockenzeiten in einem Gebiet unmittelbar einleuchtet. Fachlich beschreibt man diesen Zugang als Game Based Learning. Zahlen, Artnamen und Zusammenhänge folgen dem realen Kenntnisstand und sind belegt, einschließlich der Unsicherheiten. Für Schulen, Umweltbildung und Bildungsträger ist das ohne Zusatzmaterial einsetzbar – die Anknüpfungspunkte stehen auf der Seite für Bildungspartner.
Whispers of Yerana · Das Spiel
Elefanten beobachten, verstehen, schützen – im Spiel
Elefantenherden auf dem Weg zum Wasser prägen die Savanne, das zweite Biom von Whispers of Yerana: ein Naturschutz-Adventure, in dem du Tiere und ihren Lebensraum nicht nachliest, sondern selbst erkundest – ohne Waffen und ohne Gewalt.
Beobachten ist die Kernmechanik. Der Savannenelefant hat das vielschichtigste Verhalten aller Tiere im Spiel: Familien, die von einer erfahrenen Kuh geführt werden, und Individuen, die du an Ohrform und Stoßzahn wiedererkennst. Im Regenwald begegnet dir der Waldelefant mit eigenem Verhalten, als Architekt des Waldes. Beim ersten Sichten schaltest du den Lexikon-Eintrag der Art frei; je mehr Zeit du mit ihr verbringst, desto tiefer wird er.
Eingreifen heißt Beweise sichern. Elfenbeinhandel und Nashorn-Horn-Schmuggel reichen in der Savanne bis in internationale Netzwerke. Du sicherst Spuren, sammelst Beweise und übergibst den Fall an Ranger und Behörden – an deiner Seite eine Staatsanwältin, die seit Jahren an einem internationalen Elfenbein-Fall arbeitet. Wie die Savanne im Spiel aufgebaut ist, steht auf einer eigenen Seite.

Gamification · Game Based Learning
Die Welt der Elefanten spielend verstehen
Warum es seit 2021 zwei afrikanische Elefantenarten gibt, was eine Leitkuh weiß, das in keiner Statistik steht, und was ein Wald verliert, wenn niemand mehr seine Samen verbreitet – das lässt sich nachlesen, bleibt aber besser hängen, wenn man es selbst entdeckt. Genau hier setzt Game Based Learning an: Das Wissen über Elefanten entsteht beim Spielen, nicht neben dem Spiel.
In Whispers of Yerana wird Wissen über Elefanten nicht abgefragt, sondern gebraucht: Wer Verhalten dokumentiert, Gruppen vergleicht oder Bestände schätzt, kommt als Guardian voran – nicht durch Wiederholung, sondern durch gründliches Beobachten. So öffnen sich Fähigkeiten, die von echten Tieren abgeleitet sind, jeweils mit der biologischen Erklärung dazu. Diese Gamification hängt an genau dem, worauf auch die Forschung an wilden Tieren beruht: geduldiges, genaues Hinsehen.
Am Beispiel Elefant lassen sich Fragen erschließen, die sonst abstrakt bleiben:
- Biologie: zwei Arten und ihre Unterscheidung, die Führung durch die Matriarchin, die Samenverbreitung durch den Waldelefanten
- Geographie: Savanne und Regenwald als verschiedene Lebensräume, die ungleiche Lage der Bestände zwischen den Regionen Afrikas
- Ethik: Elfenbeinhandel – und was verloren geht, wenn mit den alten Tieren ihr Wissen verschwindet
Zahlen, Artnamen und Zusammenhänge folgen dem realen Kenntnisstand und sind belegt. Wie der Ansatz funktioniert, beschreibt die Seite Wie ein Spiel Wissen über bedrohte Arten vermittelt. Für Schulen und Umweltbildung ist das Spiel ohne Zusatzmaterial einsetzbar; die Anknüpfungspunkte stehen auf der Seite für Bildungspartner.
Whispers of Yerana · Shop
Der Elefant als Motiv
Im Shop von Whispers of Yerana entstehen zu den Arten aus dem Tierlexikon eigene Motive – auf Kleidung und Accessoires, die man im Alltag trägt: Hoodies und T-Shirts, Mützen für die kalte Jahreszeit und Caps. Motive zum Elefanten sind in Vorbereitung. Sie folgen demselben Grundsatz wie die Motive, die es bereits gibt: Das Tier steht im Mittelpunkt, gemalt in den Farben seines Lebensraums, ohne Übertreibung und ohne Klischee.
Der Elefant ist das Tier, das man mit Afrika verbindet – und doch sind es zwei Arten mit ganz unterschiedlicher Lage. Ein Motiv mit einer Elefantenfamilie erzählt davon, was eine Herde zusammenhält: das Wissen der Ältesten. Bis dahin findest du im Shop die Motive, die es bereits gibt.

Weiterführendes
Weiterführendes zum Afrikanischen Elefanten
Quellen
- IUCN Rote Liste: Loxodonta africana (Bewertung 2020, geänderte Fassung 2022) – Schutzstatus und Rückgang des Savannenelefanten
- IUCN Rote Liste: Loxodonta cyclotis (Bewertung 2026) – Schutzstatus und Rückgang des Waldelefanten
- IUCN: African elephant species now Endangered and Critically Endangered (Pressemitteilung, 25. März 2021) – getrennte Bewertung, Rückgangsraten, Wilderei seit 2008
- Rohland, N., Reich, D., Mallick, S. u. a.: Genomic DNA Sequences from Mastodon and Woolly Mammoth Reveal Deep Speciation of Forest and Savanna Elephants. PLoS Biology 8, e1000564 (2010). doi.org/10.1371/journal.pbio.1000564
- McComb, K., Moss, C., Durant, S. M. u. a.: Matriarchs as Repositories of Social Knowledge in African Elephants. Science 292, 491–494 (2001). doi.org/10.1126/science.1057895
- McComb, K., Shannon, G., Durant, S. M. u. a.: Leadership in elephants: the adaptive value of age. Proceedings of the Royal Society B 278, 3270–3276 (2011). doi.org/10.1098/rspb.2011.0168
- Foley, C., Pettorelli, N., Foley, L.: Severe drought and calf survival in elephants. Biology Letters 4, 541–544 (2008). doi.org/10.1098/rsbl.2008.0370
- Blake, S., Deem, S. L., Mossimbo, E. u. a.: Forest Elephants: Tree Planters of the Congo. Biotropica 41, 459–468 (2009). doi.org/10.1111/j.1744-7429.2009.00512.x
- Campos-Arceiz, A., Blake, S.: Megagardeners of the forest – the role of elephants in seed dispersal. Acta Oecologica 37, 542–553 (2011). doi.org/10.1016/j.actao.2011.01.014
- Berzaghi, F., Longo, M., Ciais, P. u. a.: Carbon stocks in central African forests enhanced by elephant disturbance. Nature Geoscience 12, 725–729 (2019). doi.org/10.1038/s41561-019-0395-6
Weiterlesen
- Savanne als Ökosystem – das Nahrungsnetz, in dem diese Art lebt
- Tropischer Regenwald im Kongobecken – Lebensraum und Bedingungen
- Rote Liste und Artenschutz – was die Einstufungen bedeuten
- Wilderei verstehen – Netzwerke, Ursachen, Realität
- Alle Arten im Tierlexikon
