
Tierlexikon
Vogel Strauß – der größte lebende Vogel
Auf einen Blick
Wissenschaftlicher Name
Struthio camelus
Nicht gefährdet
Kurz erzählt
Der Vogel Strauß ist das größte und schwerste lebende Federtier der Erde und kann nicht fliegen – beides hängt zusammen. Wer so groß wird, kommt am Boden schneller voran als in der Luft. Weniger bekannt ist, dass es seit 2014 nicht mehr eine Art gibt, sondern zwei, und dass eine der Unterarten fast verschwunden ist, während die Art insgesamt als ungefährdet gilt. Diese Seite gehört zum Tierlexikon von Whispers of Yerana und trägt zusammen, was über die Art bekannt ist: Verbreitung, Fortpflanzung, Schutzstatus und die Unterschiede, die in den meisten Steckbriefen fehlen.
Bis über 100 kg
Bis 2,5 m groß
Laufvogel
Zwei Arten seit 2014

Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name
- Struthio camelus
- Schutzstatus zweite Art
- Somalistrauß: gefährdet (Vulnerable), Bewertung 2021, veröffentlicht 2022
- Gewicht
- bis über 100 Kilogramm
- Zweite Art
- Struthio molybdophanes (Somalistrauß), seit 2014 eigenständig
- Schutzstatus (IUCN)
- Afrikanischer Strauß: nicht gefährdet (Least Concern), Bewertung 2025, Bestandstrend abnehmend
- Verbreitung
- Afrika südlich der Sahara, Reste im Sahel; der Somalistrauß am Horn von Afrika
- Lebensraum
- offenes Trockenland, Halbwüste, Savanne, Grasland
- Größe
- Männchen bis rund 2,5 Meter, Weibchen deutlich kleiner
- Fortpflanzung
- Gemeinschaftsnest: mehrere Weibchen legen in dieselbe Mulde
- Wusstest du?
- Flugfähigkeit: keine – Laufvogel
Wo lebt der Strauß?
Der Strauß lebt in Afrika, in offenem Trockenland südlich der Sahara – Halbwüste, Grasland und lichte Savanne. Er braucht Übersicht: Sein Schutz liegt darin, Gefahr früh zu sehen und ihr davonzulaufen, und beides funktioniert nur ohne dichten Bewuchs.
Historisch reichte das Verbreitungsgebiet weit über diesen Raum hinaus. Die Art kam rings um die Sahara vor, im Norden wie im Süden, und noch bis ins 20. Jahrhundert auch auf der Arabischen Halbinsel. Was davon geblieben ist, unterscheidet sich stark je nach Region – und genau daran hängt die Schutzfrage.
Welche Bedingungen dieses Trockenland prägen, steht auf der Seite zur Steppe als Ökosystem.

Wie brütet der Strauß – was ist ein Gemeinschaftsnest?
Die Weibchen legen ihre Eier nicht jede für sich, sondern gemeinsam in eine Mulde. Eine Haupthenne legt zuerst, weitere Weibchen legen dazu; ausgebrütet wird das gesamte Gelege vom Hahn und der Haupthenne. Ein solches Nest kann dadurch mehr Eier enthalten, als ein einzelnes Tier je bebrüten könnte.
Das ist kein Gemeinschaftssinn, sondern Rechnung. Die Haupthenne ordnet die Eier so an, dass ihre eigenen in der Mitte liegen – dort, wo Wärme und Schutz am größten sind. Fremde Eier am Rand erhöhen die Zahl, ohne den eigenen Nachwuchs zu gefährden: Geht etwas verloren, trifft es statistisch zuerst die anderen.
Das Ei ist das größte Einzelei aller heute lebenden Vögel. Gemessen am Körpergewicht des Muttertiers ist es allerdings eines der kleinsten – auch das eine Folge der Körpergröße, nicht ihres Gegenteils.
Im Spiel ist das Nest ein Ort mit Zeitdruck: Es liegt offen, es ist auffällig, und ob daraus Küken werden, hängt davon ab, wie ungestört das Gebiet in diesen Wochen bleibt.

Wie viele Straußenarten gibt es?
Seit 2014 sind es zwei. Der Somalistrauß (Struthio molybdophanes) am Horn von Afrika wurde als eigenständige Art anerkannt und von der IUCN sogleich als gefährdet (Vulnerable) eingestuft – mit rasch abnehmendem Bestand durch Jagd, Eiersammeln und Verfolgung. Er kommt in Somalia, Äthiopien, Dschibuti und Kenia vor.
Der Afrikanische Strauß (Struthio camelus) gilt dagegen als nicht gefährdet. Diese Einstufung bezieht sich auf die Art als Ganzes und verdeckt, was innerhalb davon geschieht.
Das ist ein Muster, das sich durch das ganze Tierlexikon zieht: Eine Kategorie beschreibt eine Art, nicht jede ihrer Populationen. Wie die Einstufungen zustande kommen, steht auf der Seite zu Rote Liste und Artenschutz.

Was ist mit dem Nordafrikanischen Strauß?
Der Nordafrikanische Strauß (Struthio camelus camelus) ist die Unterart, an der sich zeigt, wie wenig eine unauffällige Gesamteinstufung aussagt. Vor rund hundert Jahren besiedelte er die gesamte Sahara-Peripherie in 18 Ländern. Heute sind es noch sechs – vier mit Restbeständen und zwei, in denen er wieder angesiedelt wurde.
Die Ursachen sind benannt und unstrittig: Jagd auf Federn und Fleisch, das Absammeln von Eiern, der Verlust offener Flächen.
Es gibt Wiederansiedlungen. In Marokko wurden ab 1996 Tiere aus dem Tschad im Souss-Massa-Nationalpark aufgebaut; 2014 kehrte die Unterart nach Tunesien zurück, 127 Jahre nachdem sie dort verschwunden war. Solche Programme laufen über Jahrzehnte und hängen an wenigen Einrichtungen.
Wo die Grenze zwischen Jagd zur Eigenversorgung und kommerzieller Verfolgung verläuft und warum diese Unterscheidung für Gegenmaßnahmen entscheidend ist, steht auf der Seite Wilderei verstehen.
In Whispers of Yerana ist dieser Unterschied kein Nebensatz, sondern eine Spielsituation: Zwei Gebiete sehen gleich aus, tragen dieselbe Art – und nur in einem davon wachsen die Bestände.

Straußenfarm oder Wildtier – was ist der Unterschied?
Ein großer Teil dessen, was über diese Vögel geschrieben wird, betrifft Nutztierhaltung: Fleisch, Leder, Federn, Eier als Ware. Solche Betriebe gibt es weltweit, auch in Europa; die dort gehaltenen Tiere stammen aus Zuchtlinien und leben nicht wild.
Für den Artenschutz ist das eine andere Frage als der Zustand der wilden Bestände, und die beiden werden regelmäßig vermengt. Eine große Zahl gehaltener Tiere sagt nichts darüber, wie es der Art in der Natur geht – die nordafrikanische Unterart ist dafür das deutlichste Beispiel. Umgekehrt entlastet Haltung die Wildbestände nur dort, wo sie nachweislich einen Markt ersetzt und nicht einen zusätzlichen schafft.

Ein Vogel, der Superlative sammelt und trotzdem übersehen wird
Der Vogel Strauß ist in fast jeder Hinsicht der Größte: größter lebender Vogel, größtes Ei, größtes Gelege in einer einzigen Mulde. Aus derselben Sammlung von Superlativen folgt aber nicht, dass es ihm überall gut geht. Die Art als Ganzes gilt als ungefährdet, ihr Bestandstrend zeigt trotzdem nach unten, die zweite Art ist gefährdet und eine Unterart hat zwei Drittel ihrer Länder verloren. Wer nur die Überschrift liest, hält die Art für einen Fall, um den man sich nicht kümmern muss.
Du lernst spielerisch, wie Art, Unterart und Population zusammenhängen und warum eine einzelne Schutzkategorie diese Ebenen nicht abbilden kann – ein Unterschied, der sich als Definition schwer merkt und an einem Gebiet von selbst erschließt. Fachlich beschreibt man diesen Zugang als Game Based Learning. Zahlen, Artnamen und Zusammenhänge folgen dem realen Kenntnisstand und sind belegt, einschließlich der Unsicherheiten. Für Schulen, Umweltbildung und Bildungsträger ist das ohne Zusatzmaterial einsetzbar – die Anknüpfungspunkte stehen auf der Seite für Bildungspartner.
Whispers of Yerana · Das Spiel
Strauße beobachten, verstehen, schützen – im Spiel
Auf offener Fläche ist der Strauß über weite Distanz zu sehen – und wird trotzdem oft übersehen. In der Steppe, dem ersten Biom von Whispers of Yerana, gehört er zu den Arten, denen du früh begegnest: ein Naturschutz-Adventure, in dem du Tiere und ihren Lebensraum nicht nachliest, sondern selbst erkundest – ohne Waffen und ohne Gewalt.
Beobachten ist die Kernmechanik. Strauße sind territorial, laut und im Spiel an ihre Nester gebunden. Wer ein Gelege findet, sieht, wie Hahn und Haupthenne es bewachen, und lernt, Abstand zu halten, ohne das Nest aus den Augen zu verlieren. Beim ersten Sichten schaltest du den Lexikon-Eintrag der Art frei; je mehr Zeit du mit ihr verbringst, desto tiefer wird er.
Eingreifen heißt Beweise sichern. Die Nester sind ein eigenes Aufgabenfeld, weil Straußeneier auf dem lokalen Schwarzmarkt gehandelt werden. Dazu kommen Fallenjagd und Vogelhandel, die in der Steppe ineinandergreifen. Du sicherst Spuren, sammelst Beweise und übergibst den Fall an Ranger und Behörden. Wie die Steppe im Spiel aufgebaut ist, steht auf einer eigenen Seite.

Gamification · Game Based Learning
Die Welt der Strauße spielend verstehen
Warum mehrere Hennen ihre Eier in ein gemeinsames Nest legen, weshalb eine ungefährdete Art trotzdem einen fallenden Bestandstrend hat und wie eine Unterart zwei Drittel ihrer Länder verlieren konnte – das lässt sich nachlesen, bleibt aber besser hängen, wenn man es selbst entdeckt. Genau hier setzt Game Based Learning an: Das Wissen über Strauße entsteht beim Spielen, nicht neben dem Spiel.
In Whispers of Yerana wird Wissen über Strauße nicht abgefragt, sondern gebraucht: Wer Verhalten dokumentiert, Gruppen vergleicht oder Bestände schätzt, kommt als Guardian voran – nicht durch Wiederholung, sondern durch gründliches Beobachten. So öffnen sich Fähigkeiten, die von echten Tieren abgeleitet sind, jeweils mit der biologischen Erklärung dazu. Diese Gamification hängt an genau dem, worauf auch die Forschung an wilden Tieren beruht: geduldiges, genaues Hinsehen.
Am Beispiel Strauß lassen sich Fragen erschließen, die sonst abstrakt bleiben:
- Biologie: das Gemeinschaftsnest und die Anordnung der Eier, Schutz durch Übersicht und Schnelligkeit
- Geographie: offenes Trockenland südlich der Sahara, das frühere Verbreitungsgebiet rund um die Sahara und auf der Arabischen Halbinsel
- Ethik: Farmtier oder Wildtier – warum viele gehaltene Tiere nichts über den Zustand der wilden Bestände aussagen
Zahlen, Artnamen und Zusammenhänge folgen dem realen Kenntnisstand und sind belegt. Wie der Ansatz funktioniert, beschreibt die Seite Wie ein Spiel Wissen über bedrohte Arten vermittelt. Für Schulen und Umweltbildung ist das Spiel ohne Zusatzmaterial einsetzbar; die Anknüpfungspunkte stehen auf der Seite für Bildungspartner.
Whispers of Yerana · Shop
Der Strauß als Motiv
Im Shop von Whispers of Yerana entstehen zu den Arten aus dem Tierlexikon eigene Motive – auf Kleidung und Accessoires, die man im Alltag trägt: Hoodies und T-Shirts, Mützen für die kalte Jahreszeit und Caps. Motive zum Strauß sind in Vorbereitung. Sie folgen demselben Grundsatz wie die Motive, die es bereits gibt: Das Tier steht im Mittelpunkt, gemalt in den Farben seines Lebensraums, ohne Übertreibung und ohne Klischee.
Der Strauß bringt mit, was ein Motiv braucht: eine Silhouette, die man auch auf hundert Meter erkennt. Auf Hoodie oder Cap zeigt er ein Tier, das jeder zu kennen glaubt – und eine Art, deren Geschichte kaum jemand kennt. Bis dahin findest du im Shop die Motive, die es bereits gibt.

Weiterführendes
Weiterführendes zum Strauß
Quellen
- IUCN Rote Liste: Struthio camelus (Bewertung 2025) – Schutzstatus, Bestandstrend, Verbreitung
- IUCN Rote Liste: Struthio molybdophanes (Bewertung 2021, veröffentlicht 2022) – Somalistrauß: Schutzstatus, Bedrohungen, Verbreitung
- Sahara Conservation: North African ostrich – Arealverlust der nordafrikanischen Unterart
- Sahara Conservation: North African ostrich conservation program in Morocco – Tiere aus dem Tschad seit 1996
- Marwell Wildlife: The return of the long lost North-African ostrich to Tunisia – Rückkehr nach Tunesien 2014 (2015); Bericht einer an der Wiederansiedlung beteiligten Organisation
Weiterlesen
- Steppe als Ökosystem – was Trockenland prägt
- Rote Liste und Artenschutz – was die Einstufungen bedeuten
- Wilderei verstehen – Netzwerke, Ursachen, Realität
- Alle Arten im Tierlexikon
