Der Vogel Strauß ist das größte und schwerste lebende Federtier der Erde und kann nicht fliegen — beides hängt zusammen. Wer so groß wird, kommt am Boden schneller voran als in der Luft. Weniger bekannt ist, dass es seit 2014 nicht mehr eine Art gibt, sondern zwei, und dass eine der Unterarten fast verschwunden ist, während die Art insgesamt als ungefährdet gilt.

Diese Seite gehört zum Tierlexikon von Whispers of Yerana und trägt zusammen, was über die Art bekannt ist: Verbreitung, Fortpflanzung, Schutzstatus und die Unterschiede, die in den meisten Steckbriefen fehlen.

Was du tun kannst

Steckbrief

Merkmal Angabe
Wissenschaftlicher Name Struthio camelus
Zweite Art Struthio molybdophanes (Somalistrauß), seit 2014 eigenständig
Schutzstatus (IUCN) Afrikanischer Strauß: nicht gefährdet (Least Concern), Bewertung 2025, Bestandstrend abnehmend
Schutzstatus zweite Art Somalistrauß: gefährdet (Vulnerable)
Besonderer Fall Nordafrikanischer Strauß (S. c. camelus): CITES Anhang I, Areal von 18 auf sechs Länder geschrumpft
Verbreitung Afrika südlich der Sahara, Reste im Sahel; der Somalistrauß am Horn von Afrika
Lebensraum offenes Trockenland, Halbwüste, Savanne, Grasland
Größe Männchen bis rund 2,5 Meter, Weibchen deutlich kleiner
Gewicht bis über 100 Kilogramm
Fortpflanzung Gemeinschaftsnest: mehrere Weibchen legen in dieselbe Mulde
Flugfähigkeit keine — Laufvogel

Quelle der Status- und Verbreitungsangaben: IUCN Red List of Threatened Species und BirdLife International, Einträge Struthio camelus und Struthio molybdophanes; Angaben zum Nordafrikanischen Strauß über die Sahara Conservation Fund.

Wo lebt der Strauß?

Der Strauß lebt in Afrika, in offenem Trockenland südlich der Sahara — Halbwüste, Grasland und lichte Savanne. Er braucht Übersicht: Sein Schutz liegt darin, Gefahr früh zu sehen und ihr davonzulaufen, und beides funktioniert nur ohne dichten Bewuchs.

Historisch reichte das Verbreitungsgebiet weit über diesen Raum hinaus. Die Art kam rings um die Sahara vor, im Norden wie im Süden, und noch bis ins 20. Jahrhundert auch auf der Arabischen Halbinsel. Was davon geblieben ist, unterscheidet sich stark je nach Region — und genau daran hängt die Schutzfrage.

Welche Bedingungen dieses Trockenland prägen, steht auf der Seite zur Steppe als Ökosystem.

Wie brütet der Strauß — was ist ein Gemeinschaftsnest?

Die Weibchen legen ihre Eier nicht jede für sich, sondern gemeinsam in eine Mulde. Eine Haupthenne legt zuerst, weitere Weibchen legen dazu; ausgebrütet wird das gesamte Gelege vom Hahn und der Haupthenne. Ein solches Nest kann dadurch mehr Eier enthalten, als ein einzelnes Tier je bebrüten könnte.

Das ist kein Gemeinschaftssinn, sondern Rechnung. Die Haupthenne ordnet die Eier so an, dass ihre eigenen in der Mitte liegen — dort, wo Wärme und Schutz am größten sind. Fremde Eier am Rand erhöhen die Zahl, ohne den eigenen Nachwuchs zu gefährden: Geht etwas verloren, trifft es statistisch zuerst die anderen.

Das Ei ist das größte Einzelei aller heute lebenden Vögel. Gemessen am Körpergewicht des Muttertiers ist es allerdings eines der kleinsten — auch das eine Folge der Körpergröße, nicht ihres Gegenteils.

Im Spiel ist das Nest ein Ort mit Zeitdruck: Es liegt offen, es ist auffällig, und ob daraus Küken werden, hängt davon ab, wie ungestört das Gebiet in diesen Wochen bleibt.

Wie viele Straußenarten gibt es?

Seit 2014 sind es zwei. Der Somalistrauß (Struthio molybdophanes) am Horn von Afrika wurde als eigenständige Art anerkannt und von der IUCN sogleich als gefährdet (Vulnerable) eingestuft — mit rasch abnehmendem Bestand durch Jagd, Eiersammeln und Verfolgung. Er kommt in Somalia, Äthiopien, Dschibuti und Kenia vor.

Der Afrikanische Strauß (Struthio camelus) gilt dagegen als nicht gefährdet. Diese Einstufung bezieht sich auf die Art als Ganzes und verdeckt, was innerhalb davon geschieht.

Das ist ein Muster, das sich durch das ganze Tierlexikon zieht: Eine Kategorie beschreibt eine Art, nicht jede ihrer Populationen. Wie die Einstufungen zustande kommen, steht auf der Seite zu Rote Liste und Artenschutz.

Was ist mit dem Nordafrikanischen Strauß?

Der Nordafrikanische Strauß (Struthio camelus camelus) ist die Unterart, an der sich zeigt, wie wenig eine unauffällige Gesamteinstufung aussagt. Vor rund hundert Jahren besiedelte er die gesamte Sahara-Peripherie in 18 Ländern. Heute kommt er noch in sechs vor.

Die Ursachen sind benannt und unstrittig: Jagd auf Federn und Fleisch, das Absammeln von Eiern, der Verlust offener Flächen. Die Unterart steht in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, dem strengsten Handelsschutz, den das Abkommen kennt. Fachlich wird derzeit geprüft, ob sie — wie zuvor der Somalistrauß — als eigene Art zu führen ist; das würde ihre Lage in der Roten Liste überhaupt erst sichtbar machen.

Es gibt Wiederansiedlungen. In Marokko wurden ab den 1990er Jahren Tiere aus dem Tschad im Souss-Massa-Nationalpark aufgebaut; 2014 kehrte die Unterart nach Tunesien zurück, 127 Jahre nachdem sie dort verschwunden war. Solche Programme laufen über Jahrzehnte und hängen an wenigen Einrichtungen.

Wo die Grenze zwischen Jagd zur Eigenversorgung und kommerzieller Verfolgung verläuft und warum diese Unterscheidung für Gegenmaßnahmen entscheidend ist, steht auf der Seite Wilderei verstehen.

In Whispers of Yerana ist dieser Unterschied kein Nebensatz, sondern eine Spielsituation: Zwei Gebiete sehen gleich aus, tragen dieselbe Art — und nur in einem davon wachsen die Bestände.

Straußenfarm oder Wildtier — was ist der Unterschied?

Ein großer Teil dessen, was über diese Vögel geschrieben wird, betrifft Nutztierhaltung: Fleisch, Leder, Federn, Eier als Ware. Solche Betriebe gibt es weltweit, auch in Europa; die dort gehaltenen Tiere stammen aus Zuchtlinien und leben nicht wild.

Für den Artenschutz ist das eine andere Frage als der Zustand der wilden Bestände, und die beiden werden regelmäßig vermengt. Eine große Zahl gehaltener Tiere sagt nichts darüber, wie es der Art in der Natur geht — die nordafrikanische Unterart ist dafür das deutlichste Beispiel. Umgekehrt entlastet Haltung die Wildbestände nur dort, wo sie nachweislich einen Markt ersetzt und nicht einen zusätzlichen schafft.

Ein Vogel, der Superlative sammelt und trotzdem übersehen wird

Der Vogel Strauß ist in fast jeder Hinsicht der Größte: größter lebender Vogel, größtes Ei, größtes Gelege in einer einzigen Mulde. Aus derselben Sammlung von Superlativen folgt aber nicht, dass es ihm überall gut geht. Die Art als Ganzes gilt als ungefährdet, ihr Bestandstrend zeigt trotzdem nach unten, die zweite Art ist gefährdet und eine Unterart hat zwei Drittel ihrer Länder verloren. Wer nur die Überschrift liest, hält die Art für einen Fall, um den man sich nicht kümmern muss.

Du lernst spielerisch, wie Art, Unterart und Population zusammenhängen und warum eine einzelne Schutzkategorie diese Ebenen nicht abbilden kann — ein Unterschied, der sich als Definition schwer merkt und an einem Gebiet von selbst erschließt. Fachlich beschreibt man diesen Zugang als Game Based Learning. Zahlen, Artnamen und Zusammenhänge folgen dem realen Kenntnisstand und sind belegt, einschließlich der Unsicherheiten. Für Schulen, Umweltbildung und Bildungsträger ist das ohne Zusatzmaterial einsetzbar — die Anknüpfungspunkte stehen auf der Seite für Bildungspartner.

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Achtzehn Länder, dann sechs: Beim Vogel Strauß lässt sich am genauesten zeigen, dass eine Art verschwinden kann, ohne je auf einer Warnliste zu stehen. Whispers of Yerana macht diesen Unterschied sichtbar, wo er entsteht — im Gebiet.

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