Beim Gorilla erwarten die meisten Menschen als Bedrohungsursache die Jagd. Sie ist real, aber sie erklärt den Einbruch der letzten Jahrzehnte nur zur Hälfte. Die andere Hälfte ist eine Seuche: In mehreren Schutzgebieten mit geringem Jagddruck ist innerhalb weniger Jahre der Großteil der Tiere gestorben.

Diese Seite gehört zum Tierlexikon von Whispers of Yerana und trägt zusammen, was über den Westlichen Gorilla bekannt ist: Verbreitung, Bestand, Ursachen des Rückgangs und die Lage der kleinsten Unterart.

Was du tun kannst

Steckbrief

Merkmal Angabe
Wissenschaftlicher Name Gorilla gorilla
Unterarten Westlicher Flachlandgorilla (G. g. gorilla), Cross-River-Gorilla (G. g. diehli)
Zweite Art Östlicher Gorilla (G. beringei), dazu gehört der Berggorilla
Schutzstatus (IUCN) Vom Aussterben bedroht (Critically Endangered), Bewertung 2016
Bestandstrend abnehmend
Prognose Rückgang um über 80 Prozent über drei Generationen, das sind 66 Jahre (2005 bis 2071)
Cross-River-Gorilla nur wenige hundert Tiere
Verbreitung Westliches Zentralafrika: Kamerun, Gabun, Republik Kongo, Äquatorialguinea, Zentralafrikanische Republik, Angola (Cabinda)
Lebensraum tropischer Regenwald, Sumpfwald, Sekundärwald
Nahrung überwiegend Blätter, Stängel, Mark und Früchte
Sozialstruktur Gruppen um einen ausgewachsenen Silberrücken

Quelle der Status- und Bestandsangaben: IUCN Red List of Threatened Species, Eintrag Gorilla gorilla, Bewertung 2016. Angaben zum Seuchengeschehen: Walsh und andere, Nature 422 (2003), sowie Folgeuntersuchungen.

Wo lebt der Gorilla?

Der Westliche Gorilla lebt im westlichen Zentralafrika — in Kamerun, Gabun, der Republik Kongo, Äquatorialguinea, im Süden der Zentralafrikanischen Republik und in der angolanischen Exklave Cabinda. Sein Lebensraum ist tropischer Regenwald, einschließlich Sumpfwald und wiederbewachsener Flächen.

Davon zu unterscheiden ist der Östliche Gorilla (Gorilla beringei), eine eigene Art weiter östlich, zu der auch der bekannte Berggorilla gehört. Beide Arten sind vom Aussterben bedroht, ihre Lage unterscheidet sich aber: Die Berggorillas sind sehr wenige, dafür intensiv betreut und gezählt, mit zuletzt steigender Tendenz. Bei der westlichen Art ist die Zahl deutlich größer und der Trend deutlich schlechter.

Welche Bedingungen dieser Waldtyp schafft, steht auf der Seite zum tropischen Regenwald.

Warum ist der Gorilla vom Aussterben bedroht?

Die IUCN führt die Art als vom Aussterben bedroht und rechnet mit einem Rückgang von über 80 Prozent über drei Generationen. Eine Generation dauert bei dieser Art rund 22 Jahre — der Bewertungszeitraum reicht deshalb von 2005 bis 2071. Drei Ursachen wirken zusammen:

  • Krankheit. Ebola hat in mehreren Gebieten den Großteil der Bestände getötet, auch dort, wo kaum gejagt wurde.
  • Jagd für den Buschfleischhandel. Sie geht trotz erheblicher Anstrengungen weiter, begünstigt durch Wege, die der Holzeinschlag erschließt.
  • Lebensraumumwandlung. Der Ausbau industrieller Landwirtschaft verkleinert und zerschneidet die Wälder.

Das Zusammenspiel ist entscheidend: Eine Population, die durch eine Seuche einbricht, könnte sich erholen — aber nur, wenn sie in der Zwischenzeit nicht bejagt wird. Menschenaffen bekommen wenige Jungtiere in langen Abständen; die Erholung dauert Jahrzehnte, während Jagd sofort wirkt.

Wie sich Jagd zur Eigenversorgung von kommerzieller Wilderei unterscheidet, steht auf der Seite Wilderei verstehen.

Wie stark hat Ebola die Gorillas getroffen?

Sehr stark, und der Befund ist gut belegt. Seit den frühen 1990er Jahren sind in einem großen, weitgehend intakten Waldgebiet an der Grenze zwischen Nordost-Gabun und Nordwest-Kongo zehntausende Gorillas und Schimpansen gestorben — ein Gebiet, das rund 14 Prozent ihres Gesamtverbreitungsgebiets ausmacht (Walsh und andere, Nature 2003).

In sechs Schutzgebieten mit geringem Jagddruck starben zwischen 1995 und 2000 rund drei Viertel der dort lebenden Tiere. Diese Gebiete sind der eigentliche Beleg: Wo kaum gejagt wurde und der Wald stand, brach der Bestand trotzdem ein — die Ursache kann dort nicht die Jagd gewesen sein.

Die enge Verwandtschaft zum Menschen ist dabei kein Randaspekt, sondern der Mechanismus. Menschenaffen sind für dieselben Erreger empfänglich wie wir; Kontakt zwischen Siedlungen, Jagd und Wildtierbeständen ist deshalb in beide Richtungen ein Risiko.

In Whispers of Yerana ist eine erkrankte Gruppe kein Spielereignis mit Anzeige und Gegenmittel. Sie ist eine Beobachtung über Wochen: weniger Tiere an den gewohnten Stellen, veränderte Wege, und die Frage, was sich überhaupt tun lässt.

Was ist der Cross-River-Gorilla?

Die seltenste Unterart der Art — und die einzige Menschenaffenform, deren Gesamtbestand sich in wenigen hundert Tieren angeben lässt. Sie lebt in einem kleinen Bergwaldgebiet an der Grenze zwischen Nigeria und Kamerun, verteilt auf mehrere voneinander getrennte Teilgruppen.

Diese Zersplitterung ist das Kernproblem. Genetische Untersuchungen zeigen, dass die Teilgruppen früher in Austausch standen und heute Anzeichen von Inzucht tragen. Eine so kleine Zahl bedeutet außerdem, dass Zufälle wirken: ein schlechtes Jahr, eine Krankheit, ein Verlust von wenigen Tieren an einer Stelle.

Für den Schutz folgt daraus etwas anderes als bei großen Beständen: Es geht weniger um Fläche als um Verbindung. Waldkorridore zwischen den Teilgruppen sind hier die wirksamste Maßnahme.

Gorilla oder Schimpanse — was ist der Unterschied?

Beide sind Menschenaffen und mit uns eng verwandt, gehören aber verschiedenen Gattungen an. Die eine Art ist deutlich größer und schwerer, ernährt sich überwiegend von Blättern und Stängeln und lebt in Gruppen um einen ausgewachsenen Silberrücken. Schimpansen sind kleiner, fressen mehr Früchte und leben in wechselnden Untergruppen ohne festen Verband.

Auffällig ist der Unterschied im Ruf. Das größere der beiden Tiere gilt als bedrohlich, obwohl es ein zurückhaltender Pflanzenfresser ist; das Brusttrommeln ist ein Signal zur Vermeidung von Auseinandersetzungen, nicht ihr Beginn.

Für den Artenschutz teilen beide dieselben drei Ursachen — Jagd, Lebensraumverlust, Krankheit — in unterschiedlicher Gewichtung.

Die Art, bei der die Rechnung nicht aufging

Beim Gorilla lässt sich zeigen, dass Schutzgebiete allein nicht genügen. In den betroffenen Gebieten stand der Wald, die Jagd war gering, die Fläche war ausgewiesen — und drei Viertel der Tiere starben trotzdem. Eine Bedrohung, die keine Grenze respektiert, verlangt eine andere Antwort als eine, die sich aussperren lässt: Beobachtung, Forschung, Impfstoffentwicklung, Abstand zwischen Menschen und Beständen.

Du lernst spielerisch, warum ein Bestand nach einem Einbruch nicht einfach nachwächst — weil Fortpflanzungsrate und Generationsdauer bestimmen, wie lange Erholung braucht. Das ist als Zahl abstrakt und wird an einer Gruppe über mehrere Spieljahre nachvollziehbar. Fachlich beschreibt man diesen Zugang als Game Based Learning. Zahlen, Artnamen und Zusammenhänge folgen dem realen Kenntnisstand und sind belegt, einschließlich der Unsicherheiten. Für Schulen, Umweltbildung und Bildungsträger ist das ohne Zusatzmaterial einsetzbar — die Anknüpfungspunkte stehen auf der Seite für Bildungspartner.

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Drei Viertel der Tiere in Gebieten, in denen kaum gejagt wurde: Der Gorilla ist der Beleg dafür, dass Schutz mehr sein muss als eine Grenze auf der Karte. Whispers of Yerana zeigt, was das im Gelände bedeutet.

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